Camille, Sandrine und ihre Hündin Cali unterwegs auf dem Loire-Radweg!

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Bevor es losging, gab es einiges zu erledigen: Alltagsräder mit Gepäckträgern und Fahrradtaschen ausstatten, die knifflige Frage klären, was wir mitnehmen, und unsere kleine Hündin und Reisebegleiterin Cali an ihren Fahrradanhänger gewöhnen. Als das erledigt war, starteten wir drei unsere neuntägige Radtour auf dem Loire-Radweg.

Etappe 1: von Ballan-Miré nach Huismes (38 km)

Wir fahren zu Hause ab in Richtung Savonnières und dann zum schönen Schloss in Rigny-Ussé. Wir folgen dem Fluss Cher in Richtung Loire. Einige Streckenabschnitte sind nicht sehr angenehm zu fahren, da wir uns die Straße mit den Autos teilen. Zum Glück ist die Landschaft herrlich, und die Fahrt am Wasser hat eine beruhigende Wirkung.

Es ziehen dunkle Wolken auf, laut Wetterbericht soll es Gewitter geben. Da wir zum ersten Mal mit dem Fahrrad reisen, sind wir etwas beunruhigt. Was wir auf diesem Abschnitt am meisten vermissen: Auf der ganzen Strecke gibt es keinen geschützten Unterstand. Das Gewitter naht heran, und wir müssen uns an einer Bushaltestelle in Huismes unterstellen.

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Etappe 2: von Savigny-en-Véron bis Angers (92,4 km)

Nach dem Gewitter vom Vorabend fahren wir auf zerquetschten Blättern und abgebrochenen Zweigen. Die Strecke führt uns bis nach Saumur, wo wir das Schloss bewundern. Danach geht es weiter an der Loire entlang. Es folgen mehrere Dörfer aus weißem Tuffstein mit ihrem besonderen lokalen Charme.

Wir verbringen eine Nacht in Gennes, bevor es Richtung Angers weitergeht. Da wir einen 30 Kilo schweren Fahrradanhänger mit Hund hinter uns herziehen und Radtouren nicht gewöhnt sind, machen wir nur kurze Etappen!

Wir werden von E-Bikes überholt, die uns necken und mit Volldampf fahren, während wir uns mit den Steigungen abplagen. Im Département Maine-et-Loire gibt es mehr ausschließlich für Räder bestimmte Wege und mehr Unterstände. Wir schätzen die autofreien Strecken.

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Dennoch erleben wir einen kleinen Schreck: Wir hatten nicht an den Feiertag nach dem Wochenende gedacht und finden auf mehreren Kilometern keine geöffneten Geschäfte oder Bäckereien. Unsere Reserven gehen zur Neige und wir bekommen langsam Hunger. Daher ist unsere Freude groß, als wir endlich einen Baguette-Automaten finden!

Wir entscheiden uns für einen kurzen Abstecher nach Trélazé, um die Schiefergruben zu besichtigen: blau-schwarzes Schiefergestein, wo das Auge hinblickt. Die Ruinen der Grube versetzen uns in eine Zeit, die noch gar nicht so lang zurückliegt.

Anschließend geht es in Richtung Angers und zum Schloss, dann weiter bis zum Campingplatz in der Nähe des Sees Lac de Maine. Während der Pause haben wir Gelegenheit, uns mit anderen Radreisenden auszutauschen und ein paar gesellige Augenblicke zu verbringen.

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Etappe 4: von Angers nach Nantes (109 km)

Wir gönnen uns einen Umweg über Béhuard, einer Insel mitten in der Loire mit einer auf einem großen Felsen errichteten Kirche. Die Überschwemmungen vergangener Zeiten sind noch gegenwärtig, wie die Hochwassermarken an den Wänden zeigen. Schnell weiter, wir haben unsere Rettungswesten nicht dabei!

Die Reise sorgt für Abwechslung: Wir sehen uns in aller Ruhe die Landschaft an, schalten ab und nehmen uns Zeit. Cali profitiert von den gesicherten Streckenabschnitten, um sich auszulaufen. Auf den Campingplätzen wird unsere Hündin ohne Probleme akzeptiert. Manchmal ist das Tier im Preis inbegriffen, manchmal kommt etwas hinzu.

An der Brücke von Ancenis sehen wir, dass wir die Grenze zwischen den zwei Départements überqueren: Jetzt sind wir im Département Loire-Atlantique.

Etwas weiter weg erhebt sich auf unserer Route stolz der Turm von Oudon. Auf diesem Abschnitt fehlt es nicht an Kulturdenkmälern. Man kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus!

In Nantes kehren wir in die Zivilisation zurück, aber auch hier kann man auf den Radwegen vollkommen sicher fahren. Auf der Île de Nantes sehen wir uns den mechanischen Elefanten des Ausstellungsprojekts Machines de l’île an: ein Muss! Er jagt Cali einen ordentlichen Schreck ein. Wir amüsieren uns ein wenig auf der Trampolinfläche „La Lune“ und machen einige Fotos im Hangar à Bananes (Bananenhangar). Die Stadt lässt viel Raum für Fantasie und zum Staunen. Hier finden wir zu unser Kinderseele zurück.

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Etappe 5: von Nantes nach Frossay (43 km)

Der Ozean kommt langsam näher und mit ihm das Ende der Reise. Es macht uns Spaß, die zeitgenössischen Kunstwerke entlang der Strecke zu entdecken. Mit der Fähre Le Pellerin setzen wir über die Loire und amüsieren uns wie Kinder. Cali begegnet diesem neun Transportmittel mit einer gewissen Skepsis! Welches Abenteuer muten wir ihr jetzt schon wieder zu?

Die Überfahrt verläuft schnell und problemlos, für Fahrräder gibt es spezielle Stellplätze und alles ist gut gesichert. Beim Herunterfahren muss man nur etwas Schwung nehmen, da es bergauf geht. Auch auf dem Boot ergeben sich schöne Kontakte. Mit unserer kleinen Hündin im Anhänger unterhalten wir die Passanten und geben Anlass zu Gesprächen!

Bevor es in Richtung Ozean weitergeht, legen wir auf dem Campingplatz von Frossay eine Nachtpause ein.

Der Gegenwind hat uns auf der Strecke mehr als einmal zu schaffen gemacht, daher gehen wir in Windeseile schlafen. Cali rollt sich übrigens oft als erste in den Federn ein!

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Etappe 6: von Frossay nach Pornic (63 km)

Auf einem speziellen Fahrradweg geht es quer durch einen Sumpf. Cali nutzt die Strecke zum Laufen. Auch hier bringen uns die Landschaften zum Träumen: trotz des anhaltenden Windes und der großen grauen Wolken über unseren Köpfen.

Die Mündung der Loire zeichnet sich ab und die Brücke von Saint-Nazaire kommt zum Vorschein. Wir lassen ihren langen, über die Loire führenden Bogen nicht aus den Augen. Es wird davon abgeraten, die Brücke in dieser Jahreszeit mit dem Fahrrad zu überqueren, und es gibt noch keinen kostenlosen Shuttlebus. Mit unserem Fahrradanhänger und dem Hund können wir außerdem keines der Verkehrsmittel nutzen … Das ist schade und bei diesen Bedingungen nicht gut durchgeplant. Die einzige Lösung wäre ein Taxi, vorausgesetzt, wir werden mit unserem ganzen Gepäck akzeptiert. Da wir nicht nach Saint-Nazaire weiterfahren können, entscheiden wir uns für Pornic, der einzigen Stadt, in der wir den Zug nehmen können.

Die reizvolle Strecke hat uns überzeugt. Ein schönes Erlebnis und schöne Erinnerungen. Wir kommen wieder!

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